Was für eine großartige Geschichte! Bin total beseelt und iwie gerade einfach zufrieden. Das Buch hatte einen Sog und einen Witz, dem ich mich nicht entziehen konnte. Und ich hätte zuvor niemals gedacht, wie sehr mich die Geburt einer Ziege berühren und so außer Fassung bringen kann. Besonders schön fand ich auch die Namen, die Protagonist*innen werden ausnahmslos immer mit dem Vor- und Nachnamen beschrieben, vielleicht ist das ein Dorf-Ding, weiß ich gar nicht, aber es war iwie sehr liebenswert.
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Nincshof ist ein witziger und kluger Roman über ein fiktives Dorf nahe der österreichisch-ungarischen Grenze. Ein Ort, dessen Bewohner eigentlich nur eines wollen: vergessen werden.
Drei Männer aus dem Dorf, die sich der skurrilen Bewegung der Oblivisten verschrieben haben, möchten unbedingt, dass Nincshof aus der Welt verschwindet – damit endlich Ruhe einkehrt. Ganz nach ihrem Motto: Freiheit liegt im Vergessen.
Gemeinsam mit Erna Rohdiebl treffen sich die Oblivisten abends bei Speckbroten und Pusztafeigenschnaps (wie der wohl schmeckt??) und feilen weiter an ihrem Plan. Sie tun wirklich alles dafür, das Dorf möglichst unauffällig zu machen: Internetbeiträge werden gelöscht, Buchseiten rausgerissen, Straßenschilder werden abmontiert, Tourist*innen und Fahrradfahrer*innen konsequent vertrieben (da hab ich sehr gelacht!!).
Eine Zeit lang scheint auch alles nach Plan zu laufen – bis eine Familie aus der Stadt nach Nincshof zieht und unbeabsichtigt genau das Gegenteil bewirkt: Der Ort wird plötzlich wieder interessant. Und sichtbar.
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Der Roman erschien 2023 und wurde mit dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals ausgezeichnet. Gute Wahl sag ich mal so.
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Lüders Literatur Abo Nov. 24 // Soviel zu meinem Plan in diesem Jahr meinen SuB abzubauen. Läuft.
