Was für ein krasser, ehrlicher Roman. Ich bin mit Herzklopfen durch dieses Buch gerast. Stellenweise hatte ich – wie so viele – immer wieder „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ im Kopf. Und Elisa, die Protagonistin, ja ebenfalls. Der Film damals war brutal ehrlich – und dieses Buch hält diesem Vergleich auf jeden Fall stand. Beim Lesen darf man nur eines nicht vergessen: das Atmen.
Wir begleiten Elisa durch ihr Leben, durch ihr Erwachsen werden. Die gesamte Zeit war alles andere als einfach. Hoffnung geben ihr in dieser Zeit die Texte und Gedichte von Mascha Kaléko.
Eigentlich wollte ich Elisa die ganze Zeit einfach nur in den Arm nehmen. So oft kam mir dieser Gedanke. Elisa, die Systemsprengerin, wie sie sich selbst nennt, „war eine Jugendliche mit einem Hunger nach Leben, einer Sehnsucht nach Liebe und einer Wut, die keine Grenzen kennt“ (S. 130).
Auch die Lyrik zu Beginn der Kapitel fand ich unglaublich stimmig. Dieser gedankliche Austausch mit Mascha – der war für mich ganz selbstverständlich da. Und ich wette: Elisa wird mit Mascha irgendwann im Himmel Kaffee trinken. Da bin ich mir sicher.
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„Unglaublich, wie viel Gegenwart man aushalten muss, bis sie Erinnerung wird.“
„Du musst dem Krebs das Leben entgegensetzen. Indem du es lebst.“
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Wir haben das Buch gemeinsam mit Mädels, die lesen gelesen, und es war so besonders zu sehen, wie unterschiedlich – und doch verbunden – wir dieses Buch wahrgenommen haben. Danke, dass wir es ausgewählt haben. Und danke an Sarah Lorenz, dass du es geschrieben hast.
Und ja: Dieses Buch tut weh. Aber auf eine Art, die bleibt. Und manchmal ist genau das die Literatur, die wir brauchen.
